Warum "unbekannte Geräte" das grösste Risiko im internen Netzwerk sind
In vielen Unternehmen liegt der Fokus der Netzwerksicherheit noch immer auf dem Schutz vor externen Bedrohungen. Firewalls, E-Mail-Security und Perimeterschutz werden laufend optimiert, während Risiken innerhalb des eigenen Netzwerks oft als nachrangig betrachtet werden. Dabei zeigen aktuelle Sicherheitsvorfälle immer wieder, dass gerade interne Netzwerke ein attraktives Ziel für Angreifer darstellen. Ein zentraler Risikofaktor dabei sind Geräte, die sich im Netzwerk befinden, ohne eindeutig bekannt oder kontrolliert zu sein.
Unbekannte Geräte sind nicht zwangsläufig bösartig. Häufig handelt es sich um Systeme, die im Alltag schlicht übersehen werden. Temporäre Arbeitsgeräte, private Smartphones, Testsysteme, Drucker, Kameras oder spezialisierte IoT-Komponenten werden ins Netzwerk eingebunden, ohne dass ihre Existenz sauber dokumentiert oder ihr Sicherheitszustand regelmässig überprüft wird. Genau diese fehlende Transparenz macht sie zu einem erheblichen Risiko.
Sobald ein Gerät Zugriff auf das interne Netzwerk erhält, wird ihm in vielen Umgebungen implizit vertraut. Es kann mit anderen Systemen kommunizieren, Dienste ansprechen oder interne Ressourcen erreichen. Ob dieses Gerät aktuell gepatcht ist, ob es den Sicherheitsrichtlinien entspricht oder ob es bereits kompromittiert wurde, bleibt oft unklar. Für Angreifer eröffnen sich dadurch ideale Angriffspunkte, da unbekannte Geräte selten überwacht und noch seltener gehärtet sind.
Besonders kritisch ist, dass sich unbekannte Geräte der klassischen Sicherheitskontrolle entziehen. Sie tauchen weder in Benutzerverzeichnissen noch im zentralen Gerätemanagement auf und werden von vielen Security-Lösungen nicht aktiv erfasst. Die Netzwerksicherheit beschränkt sich in solchen Fällen auf grundlegende Segmentierung oder pauschale Regeln, die keinen Bezug zur tatsächlichen Identität oder zum Zustand des Geräts haben.
In modernen Unternehmensnetzen nimmt die Anzahl solcher Geräte stetig zu. Mobile Arbeitsweisen, BYOD-Konzepte und die zunehmende Nutzung von IoT- und OT-Systemen führen dazu, dass sich Geräte dynamisch mit dem Netzwerk verbinden und wieder verschwinden. Ohne eine klare Kontrolle des Netzwerkzugangs entsteht ein permanenter Blindbereich. Unternehmen wissen oft nicht, welche Geräte aktuell verbunden sind, warum sie Zugriff haben und welche Berechtigungen sie tatsächlich benötigen.
Unbekannte Geräte stellen dabei nicht nur ein technisches Risiko dar, sondern auch ein organisatorisches. Im Falle eines Sicherheitsvorfalls lässt sich nur schwer nachvollziehen, über welches Gerät der Angriff erfolgte oder wie sich dieser im Netzwerk ausgebreitet hat. Die fehlende Nachvollziehbarkeit erschwert nicht nur die Reaktion auf Incidents, sondern auch die Einhaltung von Compliance- und Audit-Anforderungen.
Das eigentliche Problem liegt weniger in der Existenz dieser Geräte als in der fehlenden Kontrolle über ihren Netzwerkzugang. Solange jedes Gerät, das eine Verbindung herstellen kann, automatisch Teil des internen Netzwerks wird, bleibt die Angriffsfläche unnötig gross. Moderne Sicherheitsarchitekturen setzen daher nicht mehr auf pauschales Vertrauen, sondern auf klare Regeln für den Netzwerkzugang.
Network Access Control schafft hier die notwendige Grundlage, um Transparenz und Kontrolle zurückzugewinnen. Durch die eindeutige Identifikation von Geräten und die Bewertung ihres Sicherheitszustands kann der Zugriff gezielt gesteuert werden. Unbekannte oder nicht konforme Geräte erhalten entweder eingeschränkten Zugriff oder werden vollständig vom produktiven Netzwerk getrennt. Cloud-basierte NAC-Lösungen wie Portnox ermöglichen diese Kontrolle ohne zusätzliche lokale Infrastruktur und passen sich flexibel an dynamische Netzwerke an.
Unbekannte Geräte sind damit nicht per se das grösste Risiko, sie werden es jedoch in Umgebungen ohne klare Zugriffskontrolle. Wer Netzwerksicherheit nachhaltig verbessern möchte, muss zuerst Sichtbarkeit schaffen und den Netzwerkzugang konsequent regeln. Erst wenn bekannt ist, welche Geräte sich im Netzwerk befinden und warum sie Zugriff haben, lassen sich Risiken effektiv reduzieren.
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